Der Wald brennt

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In einer Höhle, mitten in einem wunderschönen Wald in Nord-Russland wohnt der Bär Dima. Er ist ein stattlicher Bär von 2 Meter Schulterhöhe und damit der größte ganz Sibiriens. Er traf sich oft mit seinen Freunden – Sascha, einem jungen Wolf, der gerne Geschichten von seinen harmlosen Kämpfen erzählt. Die Geschichten sind dann jedoch immer etwas „übertrieben“, so dass daraus meist blutige Schlachten gegen monströse Rehntiere und schrecklich brutale Wilderer werden. Aber Dima lacht dann nur, denn er kennt die Tiere im Wald und vor allem weiß er, dass sich Sascha nie mit einem Tier messen würde, dass größer ist als ein Hase.
Sein anderer guter Freund ist ein tapferes Rentier namens Tolstoi. Nie hat man ein schöneres Tier im Wald gesehen. Es wurde von allen anderen geschätzt und geachtet, denn es war obendrein noch Weise und wusste in jeder Situation Rat. Ein jeder konnte sich an Tolstoi wenden, wenn er in Schwierigkeiten war und nicht weiter wusste…

Eines Tages saßen die drei Freunde gemütlich am Lagerfeuer und spielten Karten, als eine Eule auf die Lichtung flog und neben ihnen im Gras landete…
„Der Wald brennt!“ schrie die Eule aufgeregt und flatterte mit den Flügeln. Sascha sah von seinen Karten auf. „Ich sehe keinen Rauch und nach verbranntem Holz riecht es auch nicht!“
„Aber im Süden fliehen die Tiere und ich habe, als ich über den Bäumen flog, schon die Rauchschwaden am Horizont gesehen!“

Sascha sah verdrießlich in die Runde, denn er hatte gerade ein wirklich gutes Blatt auf der Hand, aber Tolstoi machte sich schon auf die Hufe und schnaubte wild. „Wir müssen was unternehmen“, rief er und röhrte ein Warnsignal. Gleich darauf versammelten sich alle Tiere der Umgebung auf der Lichtung und, ob Wolf oder Hase, sie alle standen friedlich zusammen und lauschten den Worten des weisen Tolstoi:
„Es brennt im Süden des Waldes und das Feuer breitet sich aus. Alle, die stark genug sind mir beim Löschen zu helfen, sollen sich versammeln und mit mir kommen! Alle schwachen und alten Tiere sollen in den Norden flüchten über den großen Fluss, da wird das Feuer nicht hinkommen.“
Und so traten die Mutigen unter den Zuhörern mitsamt unseren drei Freunden den Weg ins Ungewisse an. Schon bald sahen sie durch die Baumwipfel die bedrohlichen schwarzen Schwaden aufsteigen und sie rochen den beißenden Geruch von verbranntem Geäst in ihren Nasen. Der Rauch wurde immer dichter und bald sahen sie die ersten Flammen. Einige Tiere packte das Entsetzen und ein paar Eichhörnchen und Vögel entschieden sich sofort für den Rückzug und schlichen davon. Die anderen begannen Bäume zu fällen um eine Schneise in den Wald zu schneiden, die die Flammen nicht überbrücken könnten. Besonders die Biber erwiesen sich als geschickte Helfer. Mit ihren starken Zähnen fällten sie Baum für Baum und schnitten damit eine Schneise, die das Feuer aufhalten sollte während Rentiere und Bären die soeben gefällten Bäume wegschafften. Die Vögel wurden beauftragt Wasser aus dem nicht weit entfernten Fluss zu holen. Es wurde ein unerbittehrlicher Kampf. Als die Flammen die künstliche Barriere überwanden und den Tieren nichts anderes übrig blieb, als mit ihren Tatzen neu entstehende Brandherde auszutreten, fing Sascha, der Wolf, an zu heulen. Erst ganz leise, dann aber immer lauter und lauter, bis dass es sich anhörte wie eine Sirene, die das Knacken des brennenden Holzes genauso übertönte, wie die Schreie der verwundeten Tiere. Sascha heulte so laut, dass selbst Tolstoi, der die ganze Zeit über Kommandos gab und die Tiere dirigierte, inne hielt und verwundert hinüber blickte.
Die anderen Wölfe stimmten in das Geheul mit ein und die Bären fingen an zu brüllen, dann röhrten die Rentiere und die Vögel fingen an, jeder nach seiner Art, zu singen. Das Rufen der Tiere wurde immer lauter, so laut, dass es einem fast die Sinne raubte.
Plötzlich zogen am Himmel dunkle Wolken auf. Mit rasender Geschwindigkeit ballten sie sich zusammen und Blitze schossen vom Himmel herab. Regen stürzte vom schwarzen Himmel herunter und hämmerte auf die Flammen hernieder. Immer mehr Wasser floss aus den sich auftürmenden Gewitterwolken und erstickte nach und nach das Feuer. Nach wenigen Minuten erlosch das Feuer ganz, und das Gebrüll der Tiere hörte auf. Die Wolken liefen auseinander und öffneten den Himmel, der alsbald den Ausblick auf die Sonne freigab. Überall war das Feuer gelöscht und von den Flammen war nur noch verbranntes Holz und aufsteigender Rauch übrig.
Die Tiere des Waldes versammelten sich um Sascha und lachten und freuten sich. „ Wie ist das möglich?“ fragten sie ihn und dieser antwortete ruhig :“Wenn man fest an etwas glaubt, dann passiert es auch wirklich. Selbst unmöglich erscheinende Dinge werden plötzlich wahr. Ich habe fest daran geglaubt, dass ich mit meinem Geheul die Flammen besiegen kann und ihr habt auch geglaubt, ihr könntet durch eure Laute das Feuer bekämpfen, oder?“ Da sahen sich die Tiere an, nickten, und waren glücklich und zufrieden. Sie hatten es wahrhaftig geschafft. Das Unheil war abgewendet und alle konnten als Helden zu ihren Familien zurückkehren.

Das war die Geschichte von Dima, Sascha und Tolstoi, die mit Hilfe ihres Glaubens und der ihrer Freunde einen allmächtigen Feind besiegten. Auch Du kann alles schaffen, wenn Du nur fest daran glaubst. Alles kann gelingen, selbst das unmöglich Erscheinende…

In dem Sinne:

Doswidanje, nimm Dir das Unmögliche vor und schaffe das nie erreichte!!!!

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