Warum Google meine Kirche ist

Teile mit anderen, was dir gefällt.

Google hört zu, gibt Antworten, leitet mich, führt mich zur Quelle. Was ist richtig? Was ist falsch? Wie komme ich wieder nach Hause? Google hilft mir jeden Tag mehr als die weltliche Kirche. Statt Bibel und Kruzifix trage ich ein Smartphone bei mir. Es ist mein Portal ins göttliche Netz.

Das Christentum hat sich von einem omnipräsenten, den Alltag beherrschenden Glauben zu einer christlichen Weltanschauung gewandelt. Ihre Grundsätze und Werte verblassen im Fundament einer sich fortlaufend wandelnden Gesellschaft. Aus Familien werden Lebensgemeinschaften. Aus „sich kennenlernen“ wird Parship. Wandel eben. Alles Neu, alles Digital. Wird es da nicht Zeit für einen neuen, digitalen Glauben? Wer Antworten sucht, kann die Bibel lesen. Oder das Internet fragen. Dort sind sind 5.7 Milliarden 4.65 Milliarden Seiten mit möglichen Antworten hinterlegt. Egal ob Kochrezept, Wegbeschreibung oder Sinnkrise. Das Internet ist unsere erste Anlaufstelle, wenn wir nicht mehr weiter wissen.

Ich werde versuchen darzulegen, warum das Internet als neue Religion gesehen werden kann und erklären, warum ich gerade Google als Kirche gewählt habe.

Das Smartphone ist meine Bibel

Die Bibel bietet Zugang zur Heiligen Schrift. Sie selbst ist nur ein Buch, ihr Inhalt jedoch das Evangelium.
Smartphones sind unsere modernen Portale. Wie die Bibel dienen auch sie als Schnittstelle zwischen Weltlichem und Geistlichem. Wir beten jeden Tag davor. Mit der Brillenerweiterung Google Glass künftig vielleicht etwas dezenter als bisher.

Google ist meine Kirche
Google kennt das Internet. Es indiziert die „heiligen Seiten“ und bereitet sie für uns Menschen auf. Nach mathematischen Regeln und für uns doch unergründlich wählt Google die für uns relevanten Antworten. Ohne diese Auswahl und Auslegung, wäre die unendliche Weisheit nicht erfahrbar. Google ist meine Kirche, weil es das göttliche Internet für mich zugänglich und befreifbar macht.

Der Google Algorithmus ist Petrus
Er bestimmt, wer in den Himmel, und wer in die Hölle kommt. Anstelle von 10 simplen Geboten bewertet er nach mehr als 200 Kriterien für welche Suchanfrage eine Internetseite auf welchem Suchergebnisposition angezeigt wird. Gute Seiten landen auf Seite 1, schlechte Seiten landen in der Internethölle. Fegefeuer gibt es auf Seite 2-4.

Matt Cutts ist oberster Prophet
Um das Wort des Glaubens zu verbreiten, sandte Google einen würdigen Vertreter zu uns Menschen auf die Erde. Unermüdlich predigt Matt Cutts auf Youtube zu uns Internetjüngern. Er klärt auf, bringt uns die Erleuchtung. Als Abgesandter erklärt er uns die Regeln, nach denen die größte Kirche das Internet deutet. Er predigt, wie wir es bauen müssen, damit es gut wird.

Die Vergleiche kann man beliebig weiterspinnen….
SEOs sind Priester, Gadgets und Endgeräte sind heilige Artefakte, Betriebssysteme sind Missionare, Soziale Netzwerke sind Sekten. Ist ja alles bekannt…

android vs iosUnd so vergeht kein Tag, an dem ich nicht Google nutze. Internetsuche, Videos, Smartphones, Emails, Browser, Social Networks – das alles bietet Google welteit an. Internetjünger haben natürlich die Möglichkeit auf andere Anbieter/Kirchen auszuweichen. Wer Apple bevorzugt, hat den einfachen Pfad der Erleuchtung gewählt. Damit lebt es sich bestimmt auch gut. Aber kann es der richtige Glaube sein, wenn er uns alle Freiheiten zur Ausgestaltung nimmt?
Im Glaubenskrieg zwischen iOS und Android (2007-2012) hat sich letztlich Android gegenüber dem Apple Betriebssystem durchgesetzt. Die Vielzahl überzeugender Artefakte hat die Ungläubigen bekehrt und das iPhone als Blendung enttarnt. An Microsoft glaubt gingegen glaubt kaum jemand mehr.

Google ist zur mächtigsten Kirche herangewachsen. Welch‘ Glück, das es nicht der Teufel ist.