Ich saß mit einem älteren Ehepaar in einem Straßencafé am Hamburger Rathaus. Wir redeten über Kunst, über den Louvre als
drei sehr dicke Frauen auf den Platz kamen. Sie waren barfuss und trugen bunte kurze Röcke – sonst nichts. Ihre massigen, halbnackten Körper wirkten wie durch Folter entstellt. Hässliche lange Narben zogen sich über ihre Gesichter und Oberkörper und wurden dunkle Schminke hervorgehoben.
Langsam und gelassen kamen die Frauen auf uns zu. Als sie der Aufmerksamkeit aller Gäste sicher sein konnten hoben sie die Arme uns fingen an zu einer lautlosen Musik zu tanzen. Sie wiegten ihre Hüften, drehten und wirbelen sich umeinander herum und schienen daran viel Freude zu haben.
Meine beiden Begleiter und einige andere Gäste protestierten. Ein älter Mann sprang auf beschimpfte eine der Tänzerinnen als fette Henne. Passenten blieben stehen und gafften dreckig. Den Tänzerinnen machte es nichts aus. Sie lachten und tanzten noch wilder um uns herum, fassten sich an den Händen und wiegten sich ungeniert im Rythmus der virtuellen Musik.
Das Ehepaar wurde hektisch und wollte sofort zahlen. Weil kein Kellner in der Nähe war, schmissen sie Panisch Geld auf den Tisch und eilten davon. Ich blieb verdattert an meinem Tisch sitzen, während die Frauen genauso schnell entschwanden wie sie gekommen waren.
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