Ist die Soziale Marktwirtschaft noch wettbewerbsfähig?

Plakat für die Bundestagswahl 1957 für die Soziale Marktwirtschaft und die CDU/CSU.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – diese Losung der französischen Revolution prägte das Grundverständnis unserer Demokratie. Gerechtigkeit beruht auch heute noch auf der Vorstellung, dass jeder Mensch gleich ist. Unabhängig von sozialer und ethnischer Herkunft haben alle Bürger die selben Rechte. Dazu gehört auch die Chancengleichheit und das Recht auf freie persönlichen Entfaltung und Selbstverwirklichung. Um evidente Unterschiede auszugleichen und eine tatsächliche Chancengleicheit zu ermöglichen, sollen sich die Starken um die Schwachen in der Gesellschaft kümmern. Das nennen wir Soziale Gerechtigkeit und finden das richtig. Generationenvertrag, Solidaritätszuschlag, Länderfinanzausgleich – es gibt viele Beispiele für die institutionierte Solidarität. Grob gesagt handelt es sich die Umverteilung aus für gewöhnlich vollen in notorisch leere Töpfe.

Plakat für die Bundestagswahl 1957 für die Soziale Marktwirtschaft und die CDU/CSU.

Die Soziale Marktwirtschaft ist eine der wichtigsten Erungenschaft der deutschen Nachkriegszeit. Mit Stolz blicken wir auf den Wiederaufbau, das Wirtschaftswunder und auf die geschaffenen sozialen Sicherungssysteme. Sie fangen die Einzelnen im Notfall auf, anstatt sie aufzugeben. Es scheint beinahe, als habe Deutschland die darwinistischen Naturgesetze überwunden, nach denen nur der Starke überlebt. Das sonst so gern gewähle US-Amerikanische Vorbild konnte mit seinem ungezügelten Kapitalismus nicht überzeugen. Für wen wollen wir den Wohlstand, wenn nicht für Alle?
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