In den letzten Wochen habe ich ungewöhnlich viele neue Tools für Web, Android und iOS ausprobiert. Es sind Tools, die mich bei bestimmten Tätigkeiten unterstützen, ein konkretes Problem lösen oder mich einfach nur gut unterhalten. In diesem Artikel möchte ich Euch meine aktuellen Favoriten vorstellen.
Instagram ist ein Dienst, bei dem man Schnappschüsse mit verschiedenen Filtern interessanter machen und mit der Instagram-Community und den üblichen sozialen Netzen teilen kann. Man darf anderen Instagram-Nutzern folgen, Fotos kommentieren oder auch einfach nur die schönen Bilder genießen. Instagram ist ein Tool für unterwegs. Wer bereits Picasa, Flicker oder einen anderen Online-Speicher für seine Fotos nutzt, braucht Instagram nicht unbedingt. Die gelungene Umsetzung für das iOS und Android macht es zu einem angenehmen Begleiter. Wenn man schon verwackelte Handy-Schnappschüsse mit der Welt teilen muss, dann wenigstens in Sepia-Farben und mit zerfransten Rändern. Unter den geteilten Fotos sind aber auch echte Sahnestücke dabei.
Gimmebar hilft dabei, sich Internetseiten, Texte und Bilder unter den Nagel zu reißen. Dazu legt man sich am besten das Gimmebar-Bookmarklet in die Browserleiste. Aktiviert man es, kann man die aktuell besuchte Webseite oder deren Teile in eine eingeblendete Zeile ziehen und schon gehört einem der markierte Inhalt. Den gekaperten Inhalt kann man taggen, beschreiben und anschließend weiterverwursten für Twitter, Facebook oder Instagram. Das Urheberrecht, und insbesondere das deutsche Urheberrecht scheint hier keine Anwendung zu finden. (Siehe Hintergrundinformationen). Das Konzept von Gimmebar finde ich sehr amüsant. Ob ich es auch wirklich brauche und weiter benutzen werde, habe ich noch nicht entschieden.
Evernote ersetzt dein Gedächtnis. Klingt doch gleich nach einem nützlichen Tool, oder? In der Tat ist Evernote sehr hilfreich um Notizen, Aufgabenlisten Rezepte und Ähnliches zu verwalten und zwischen PC, Mac, Smartphone und iPad synchron zu halten. Zusätzlich bietet Evernote die Möglichkeit (ähnlich wie bei Gimmebar) interessante Webinhalte, aber auch Audiofiles oder Videos zu seinem Account hinzuzufügen und so von allen Geräten aus verfügbar zu machen. Im Vergleich zu Gimmebar halte ich Evernote für das deutlich bessere visuelle Bookmarking-Tool weil es viel universeller einsetzbar ist und weitere Anwendungen wie etwa Skitch darauf aufsetzen. Interessant finde ich auch die Option E-Mails an seinen Evernote-Account zu senden. Der Text kann verschlagwortet und einem seiner Notizbücher zugeordnet werden. Alles in Allem ein sehr gelungenes Tool, was mir dabei hilft den Kopf freizuhalten.
Das Berliner Startup 6 Wunderkinder hat es doch tatsächlich mit einer Aufgabenverwaltung geschafft das internationale Medieninteresse zu wecken! Ich nutze Wunderlist primär, um mich an bevorstehende Termine und Aufgaben erinnern zu lassen. Obwohl es sich um ein deutsches Unternehmen handelt, bietet 6Wunderkinder das schön gestaltete Tool nur auf Englisch an. Seit kurzem gibt es auch Wunderkit, einem Projektmanagement-Tool für sich selbst oder für kleinere Teams. Das Besondere an Wunderlist und Wunderkit ist nicht deren Funktionsumfang sondern das bewusste Weglassen von Funktionen. Die sehr liebevoll gestaltete Oberfläche ist auf das Nötigste reduziert und bietet nur die allerwichtigsten Funktionen. Man findet sich sofort zurecht und kann gleich loslegen. Mir gefällt Wunderlist ungemein, ob ich mir auch Wunderkit gebe? – Bestimmt… Gleich morgen, werd’s mir gleich als Aufgabe notieren
Ifttt hatte ich bereits im Artikel Lass das Internet für dich arbeiten erwähnt. Der Dienst ermöglicht es Regeln aufzustellen die ifttt dazu bringen beim Eintreten eines definierten Ereignisses automatisch eine gewünschte Aktion auszuführen. Wenn Ereignis – dann Aktion. Ereignisse und Aktionen können in vielen unterschiedlichen Kanälen (Channels) stattfinden. Channel sind E-Mails, Wettervorhersagen oder gängige Webdienste wie Facebook, Twitter oder Evernote. Regeln können als Rezepte der Community zur Verfügung gestellt werden. Beispiel fūr solche Rezepte:
- Wenn ich auf einem Bild bei Facebook markiert werde, dann sende dieses Bild in meine Dropbox.
- Wenn es morgen regnen soll, dann schicke mir eine E-Mail.
Ist eigentlich sehr nerdig – zum Glück ist die Darstellung und die Erklärung so einfach und gut gelungen, dass man sofort versteht, wie und worum es geht. Mein Tipp: unbedingt ausprobieren!
Bei
steckt man Bilder und Videos an seine virtuelle Pinnwand. Gepinnte Inhalte können durch die Community kommentiert und re-pinnt werden. Die Pins werden übersichtlich nach Stichwörtern kategoriert dargestellt. Man kann herrlich stöbern und viele schöne Dinge entdecken. Schön beschreibt Pinterest es sehr gut – Alles wirkt schön, eitel und elitär. Man muss erst einmal um eine Einladung bitten, ehe man sich registrieren darf. In den Pins dreht sich Viel um Style, Outfits, tolle Landschaften oder verzierte Tortenstücke. Alles wirkt sauber, ästhetisch und jugendfrei. Ideal für eine amerikanische Mittelschicht, die Graffiti nur als Kunstobjekt im Museum toleriert. Die Pins haben nicht selten einen direkten Produktbezug und wecken auf subtile Weise den Konsumwunsch des Betrachters. Die Originalquelle der Miniaturbilder wird daher bestimmt oft aufgerufen werden. Das sich damit auch Geld verdienen lässt, ist klar. Das Pinterest dies auch heimlich macht, sorgte gleich für einen Skandal. (Siehe Artikel-Links) Erstaunlich ist es dennoch, dass Pinterest bereits heute mehr Traffic zu den Zielseiten generiert, als Google+, YouTube und LinkedIn zusammen.
Dropbox ist ein Cloudspeicher und Synchronisationsdienst. Ich kenne keinen besseren Weg um Dokumente auf allen Geräten synchron zu halten und mit Bekannten zu teilen. Man kann Dateien in seinem privaten Verzeichnis, oder öffentlich ablegen. Markiert man eine Datei als Favorit, wird es im Smartphone lokal abgelegt und kann offline genutzt werden. Wer nach einer Möglichkeit sucht Dateien durch das Web zu schubsen, die zu groß für E-Mails sind ist bei Dropbox gut bedient. In der Basisvariante stehen 2GB an Speicherplatz zur Verfügung. Eine kleine Warnung: Der Dienst verschlüsselt die Daten bevor er sie im Amazon-S3-Storage ablegt, allerdings kennt Dropbox den Schlüssel, also kann die Daten einsehen. Wem das nicht geheuer ist: In den Artikel-Links gibt es einen Link zu alternativen Cloudspeicher-Diensten.
Artikel-Links zu Hintergrundinformationen
- Pinspire – Deutsche Pinterest Kopie von Rocket Internet
- Pinterest setzt heimlich Affiliate-Links für gepinnte Produkte
- Alternativen zu Dropbox
- Pinterest, Gimmebar, Evernote – Gibt es noch ein Urheberrecht?
- Hier erzählt Gregor Gross, wie er Evernote für sich nutzt
Ich hoffe, die Beschreibung der Dienste war nicht zu lang und doch anschaulich genug. Vielleicht habt ihr sogar Lust bekommen die ein oder andere Anwendung selbst auszuprobieren. Alle genannten Dienste sind in der Basisvariante gratis und auf jeden Fall einen Blick wert.

Gerade entdeckt: Martin Weigert setzt auf das Wachstum von Pinterest und auf die Reform des deutschen Urheberrechts, welches Dienste wie Pinterest im Moment illegalisiert. Netzwertig